Folge 15 Förderschule/ Förderzentrum

Shownotes

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00:00:00: Herzlich willkommen bei den Pepsi Eltern-Guides.

00:00:04: Marlina Schmidt und Daniela Lang geben Ihnen in diesem Podcast einfache und praktische Tipps rund um die Themen Erziehung und Elternsein, ein Kind zu bekommen heißt auf eine Weltreise zu gehen von der man niemals wieder so zurück kommt wie man startet.

00:00:19: Die Pepsi Eltern Guides bieten wir in einem Reiseführer Tipps an aus dem sie herauspicken können was zur ihrer individuellen Familienreise passt.

00:00:29: Hier sind für Sie Marlina Schmidt und Daniela Lamm.

00:00:33: Ja, hallo und herzlich willkommen zu unserer fünften Podcastfolge mit dem Titel Schulen mit besonderem Bedarf!

00:00:41: Hallo Dali,

00:00:42: halla

00:00:44: und Annette, du stellst dich ja gleich nachher noch vor.

00:00:48: ich möchte nur eine kurze Einleitung geben.

00:00:51: Unser Ziel bei unserem Podcast ist ja, vielfältige Themen anzubieten und gerade Eltern, die ein Kind mit einer Behinderung haben müssen doch oft vom Beginn an sich selbst um Suche nach verschiedenen Hilfsangeboten machen oder auch verschiedene und andere Betreuungslösungen machen.

00:01:11: Niemand steht nach der Geburt vor der Tür und erklärt ihnen so wie sie jetzt einen Kind mit dem und dem Förderbedarf wenden Sie sich dorthin ist schon oft so, dass die Eltern sich da erst mal orientieren müssen.

00:01:24: Wo gehen sie hin?

00:01:26: Wo holen Sie sich Hilfe und so weiter?

00:01:28: Ganz viel kämpfen müssen!

00:01:32: Ja nachdem gerade für alle Kinder Einschulung grad wieder vor der Tür steht oder bei manchen Schulen auch schon stattgefunden hat kreisten wir heute das Thema Förderschule, Förderzentrum oder Sonderpädagogisches Angebot auf.

00:01:46: ja und wir wollen da auch gleich noch sagen, dass wir letztes Schuljahr sozusagen, letztes Kindergarten-Jahr auch den Podcast gemacht haben zu dem Thema Schulfähigkeit.

00:01:56: Was ist das?

00:01:57: Also falls auch Eltern da nochmal Interesse haben hört gerne diese Folge rein und ich freue mich jetzt sehr dass wir heute eine Gast wieder haben die Annette.

00:02:07: Annette stelle ich doch bitte kurz mal vor.

00:02:10: Ja, hallo mein Name ist Annette Meyerhofer.

00:02:12: Ich bin Schulleiterin an einem Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

00:02:17: ich bin einundfünfzig Jahre alt habe selber zwei Söhne die jetzt schon fast sehr erwachsen sind also siebzehn und neunzehn Jahre alt.

00:02:26: ja und ich leite die Victoria von Butler Schule im Franziskus Werkschenbrunn.

00:02:36: Wir haben uns ehrlich gesagt, obwohl wir eigentlich schon vom Fach sind.

00:02:40: So bilden wir uns zumindest ein!

00:02:42: Wir haben es total schwer getan diesen Podcast richtig zu betiteln.

00:02:46: Wir wissen das man früher von Sonderschule gesprochen hat aber dass dieser Begriff mittlerweile total überholt ist und astigmatisiert ist.

00:02:55: Kannst du ein bisschen Licht ins Dunkel bringen?

00:02:57: Ja, also du hast das jetzt schon gesagt.

00:02:59: Dieser Begriff ist tatsächlich stigmatisiert weil es so dieses Sonder, das will man ja einfach nicht, weil's ja ganz normal ist dass man verschieden ist und eben so dieses Besondere dem Ganzen wegnehmen mag.

00:03:11: und früher hat man eben von Schulen für geistig Behinderten gesprochen.

00:03:16: dann hat man gesagt mal reduziert aber einen Menschen mit Behinderung eben nicht mehr auf die Behinderungen, dann spricht man von Menschen mit einer Behinderer.

00:03:24: und jetzt geht mir das ganze sehr kompetent orientiert an, weil es ja nicht darum geht was jemand nicht kann sondern es geht um das was jemand kann.

00:03:33: Und jetzt heißen die Schulen auch nicht mehr Sonderschulen sondern eben Förderzentren und wir sind ein Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

00:03:45: Ich persönlich, das ist aber meine persönliche Meinung finde den Begriff ein bisschen schwierig.

00:03:50: Weil wir eben ganz viele Schüler haben mit mehrfach Beeinträchtigungen und das finde ich auch schon wieder so ein bisschen einseitig wenn man von der geistigen Entwicklung spricht.

00:04:03: Mir hat eigentlich der Schulname davor sehr gut gefallen und da waren wir die Schule zur individuellen Lebensbewältigung.

00:04:09: Das klingt

00:04:11: schon vom Namen in die

00:04:13: Schule.

00:04:13: Also das finde ich bezeichnet so ganz gut, was wir alltäglich in unserer Arbeit machen.

00:04:19: Nämlich dass wir versuchen unsere Schülerinnen und Schülern so viel Selbstständigkeit wie möglich beizubringen damit sie eben ihr Leben so gut wie möglich selbstständig bewältigen können.

00:04:31: Genau du hast es ja schon gesagt, ihr seid ein Förderzentrum sozusagen für geistige Entwicklung.

00:04:40: Gibt es andere Förderschulen mit anderen Schwerpunkten?

00:04:43: Ja, genau.

00:04:44: Also ich spreche immer von den Schulen in Bayern.

00:04:49: Es gibt eben die Förderschwertpunkte Lernhinsprache... Emotional-Soziale Entwicklung.

00:04:57: Oft ist es eben in dieser Trias zusammengefasst, dann spricht man vom Sonderperagogischen Förderzentrum.

00:05:03: Die haben eben diese drei Schwerpunkte.

00:05:06: Dann gibt's das Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Höheren, Förderzehntrum mit den Förerschwerpunkten Sehen und körperlich motorische Entwicklungen.

00:05:15: So viel, dass wir nichts vergessen haben!

00:05:18: Das ist ja ein sehr vielfältiges Angebot, was es da gibt.

00:05:21: Ja

00:05:21: und ich könnte mir deswegen auch vorstellen dass das für Eltern die einen Kind haben mit einem erhöhten Förderbedarf eben auch gar nicht so einfach ist immer so die richtige Schulform für ihr Kind zu finden?

00:05:31: Ja, genau.

00:05:32: Also es ist einfach prinzipiell schwierig weil sehr viele Kinder einen erhöhten Förderbedarf haben.

00:05:37: und jetzt sind wir schon am definieren und am festlegen was ein Förder bedarf.

00:05:43: also ich sage mal eine lese Rechtschreibschwäche ist jetzt noch nicht ein sonderpädagogischer Förder Bedarf.

00:05:49: von einem sonderpedagogischen Förder-Bedarf spricht man dann schon einfach eben wenn verschiedene Kriterien vorliegen.

00:05:57: Genau Du, wir haben ja uns ja kurz vorher noch mehr ausgetauscht.

00:06:02: Genau eine Frage zum Beispiel war auch noch ob du weißt, ob die Schulformen in anderen Bundesländern anders heißen?

00:06:10: Also dort möchte ich jetzt nichts Falsches sagen!

00:06:12: Ich weiß dass man, glaube ich prinzipiell von Förderschulen spricht und nicht mal von diesen Sonderschulen.

00:06:21: Und man spricht prinzipiell eben so mit diesem Fokus auf diese Behinderung.

00:06:25: aber wie die dann genau heißen das... weiß ich jetzt ehrlicherweise nicht.

00:06:29: Genau, aber vermutlich vom Ansatz her

00:06:32: ähnlich.

00:06:33: Wir haben jetzt schon kurz gesagt dass es super schwierig ist für jedes Kind so die passende Schulform zu finden.

00:06:40: Wie ist das jetzt eben an Eurer Schule?

00:06:41: oder eine Schule mit Förderzentrum?

00:06:43: schwer und geistiger behingegacht?

00:06:46: Ja wie gelangen die Kinder zu euch?

00:06:49: Brauchen sie eine Diagnose?

00:06:51: Brauchten dir auch einen gewissen also eigentlich Q-Test zum Beispiel oder welche Art der Beeinträchtigung damit?

00:06:57: es heißt ja, wir sind die richtige Schule für das Kind.

00:07:01: Ja genau!

00:07:03: Prinzipiell ist es so, dass bei uns eine diagnostizierte geistige Behinderung vorliegen muss um ein Kind aufzunehmen.

00:07:13: Wir erstellen dann auch Sonderpädagogisches Gutachten.

00:07:16: Oft ist es aber so das es eben noch gar nicht so diagnostiziert ist und bei vielen unserer Schülerinnen und Schülern auch gar nicht eindeutig diagnostiziert werden kann.

00:07:26: also die Grenzen sind ja da sehr fließend und verschwimmen manchmal was natürlich jetzt schon auch sehr toll ist, dass die Eltern mit einem Kind mit dem Förderbedarf in unserem Förderschwerpunkt Agonima dazu verdonnert.

00:07:43: Ich sage es jetzt mal so drastisch werden können zu uns zukommen sondern einfach die Wahlfreiheit haben.

00:07:49: also in Bayern gibt's eben im Zuge der Inklusion die Wahl Freiheit das Kind an einer Regelschule oder an der Sprengelregelschuhle anzumelden oder sich bewusst für ein Förderzentrum zu entscheiden.

00:08:04: Ich könnte

00:08:04: mir vorstellen, es macht wahrscheinlich die Elternarbeit dann einfacher wenn die Eltern sich bewusst für euch entscheiden.

00:08:11: Das ist ganz genau so.

00:08:12: Also früher habe ich das wirklich oft als ganz... Ja, ich sage es jetzt einfach so als dramatisch erlebt wenn die Eltern das Gefühl hatten Es geht jetzt einfach zu uns und da führt kein Weg dran vorbei Und sie werden dazu wirklich verdonnert zu uns zu kommen.

00:08:28: und jetzt sind das bewusste Entscheidungen.

00:08:31: Ich betone auch immer bei jedem Aufnahmegespräch dass das nicht eine Einbahnregelung ist sondern dass man jederzeit auch in die Regelschule wechseln kann.

00:08:40: Da haben wir sehr viele Beispiele an der Schule, dass die Kinder bei uns zunächst starten.

00:08:45: Dann vielleicht nach einem oder zwei Jahren wechseln, weil die Eltern sagen, wir wollen das jetzt doch mit der Regelschule ausprobieren?

00:08:51: Oder eben auch andersrum, dass dann die Kinder zu uns kommen, nachdem sie an der Regelschule waren.

00:08:56: Das finde ich eigentlich einen total schönen Ansatz.

00:08:58: jetzt auch, weil ich glaube das nimmt noch mal ganz viele Ängste von Eltern die dann meinen oh Gott wenn ich mich da anmelde ist es so endlich und man bleibt auf der Schule.

00:09:07: Und das hat ja trotzdem ganz viel Optionen.

00:09:10: Ist genau so und meine Kollegen wenn mich jetzt hören könnten die würden jetzt wahrscheinlich sagen mein Gott jetzt kommt sie damit wieder.

00:09:17: Ich sage

00:09:18: immer bei uns sind die Türen in beide Richtungen offen.

00:09:20: also Kinder dürfen von uns an die Regelschule wechseln Sie dürfen von der Regelschule zurückkommen oder sie dürfen erst mal an der Regelschule starten und dann zu uns kommen.

00:09:31: Also da sind wir jetzt mittlerweile ganz offen, ich finde das sehr

00:09:34: schön.".

00:09:36: Ja so klingt es auch?

00:09:37: Ja

00:09:37: total genau!

00:09:39: Auch gleich passt der nächste Punkt dazu.

00:09:41: aber weil ich mir das gerade so vorstelle wenn ich als ein Kind hätte dass einer erhöhten Förderbedarf in die Richtung geistige Behinderung hätte dann ist es ja nicht so wie wenn ein Kind auf die Regelschuhe geht... bin in dem Sprengel, mein Kind gehört oder sollte an diese Schule gehen und es gibt ja nicht in jedem Spreggel eine Schule mit als ein Förderzentrum sozusagen.

00:10:04: Wie finden denn die Eltern so?

00:10:06: Kontakt zu euch und den Weg zu

00:10:07: euch.

00:10:08: Wie kann man sich das jetzt

00:10:09: vorstellen?

00:10:10: Ja, es ist wirklich spannend aber mittlerweile... also wir sind ja eine Sprengelschule für den Landkreis.

00:10:17: so ist es eigentlich bei den Förderzentren dass es in jedem Landkreist ein Förderzentrum mit unserem Förderschwerpunkt gibt.

00:10:24: Und jetzt klassisch wenn Kinder aus dem Kindergarten kommen und zur Einschulung eingeladen werden und erst dann irgendwie jemand mal die Eltern darauf anspricht.

00:10:35: Beim Schulspiel hat das eine oder andere vielleicht nicht so geklappt.

00:10:39: Oder ist es aufgefallen, wenden Sie sich doch mal ans Förderzentrum für schwerpunktgeistige Entwicklung?

00:10:45: Das ist eher die Ausnahme.

00:10:47: Oft ist ja in den Kindergärten schon ganz viel passiert und sind die Eltern schon darauf hingewiesen worden oft.

00:10:56: Die Frühförderstellen geben schon Hinweise.

00:11:05: HPT, also heilpädagogischen Tagelstätten im Vorschulbereich.

00:11:10: Wo einfach schon klar ist dass ein wirklich sonder pädagogischer Förderbedarf vorliegt und wir dann vielleicht die richtige Schule

00:11:20: sind.

00:11:21: Therapeuten oder Kindergärten, die haben ja dann auch schon die Adressen, die sie den Eltern weitergeben können.

00:11:27: Ganz genau.

00:11:27: Die wissen dann ja wo quasi diese Schule ist und wie sie sich in Verbindung setzen könnte?

00:11:31: Ganz genau!

00:11:32: Dann gibt es auf jedem Landkreis eine Beratungsstelle Inklusion an den Schulämtern.

00:11:39: Da können sich Eltern hinwenden und dann einfach ein Beratunggespräch kriegen, dass man einfach erklärt das gibt die Möglichkeit einer Regelschule zu starten.

00:11:47: oder eben an der Förderschule

00:11:49: bietet ihr auch einen mobilen Dienst an, der eventuell in die Kindergärten geht und sich da noch mal Kinder anschaut.

00:11:55: euch auch dann berät?

00:11:57: Genau, also man spricht von der mobilen Sonderpädagogischen Hilfe.

00:12:01: Das ist bei uns jetzt speziell mit der Frühführerstelle gekoppelt.

00:12:07: an anderen Schulen ist es wirklich so dass das von der Schule aus in die Kindergärten geht.

00:12:12: wir haben praktisch den MSH an der Frühörerstelle und dann gibt's später die Unterstützung an den Regelschulen durch unsere mobilen sonderpäragurgischen Dienst.

00:12:24: Kollegen gehen an die Regelschulen und beraten dort die Lehrkräfte.

00:12:28: Ja, da hört man richtig die Offenheit, die in alle Richtungen geht.

00:12:32: das bin ich total schön!

00:12:34: Ich habe noch eine Frage und zwar wir haben ja oft auch Hörer, die jetzt vielleicht gar nicht so keinen Kind haben oder mit geistiger Behinderung oder Einträchtigungen in anderen Bereichen.

00:12:44: Ich denke der IQ ist ja immer auch eine große oder es ist ja auch immer ein bisschen ausschlagkräftig.

00:12:49: Kannst du vielleicht noch was dazu

00:12:50: sagen?

00:12:51: Ein schwieriges Thema, weil ich finde es ganz schwierig.

00:12:57: Also der IQ ist ein Wert und das ist ein kleines Puzzleteil wenn man auf ein Kind guckt und es gibt diese standardisierten IQ-Testungen und man spricht ab einem IQ-Wert unter siebzig von einer geistigen Behinderung.

00:13:15: jetzt ist aber einfach so.

00:13:17: Ich finde es total gemein, wenn man das daran festmacht.

00:13:20: Weil die Kinder werden getestet oft von der fremden Person in einem fremde Raum mit Aufgaben, die sie nicht kennen und ich find ganz normal, dass da manche Kinder vielleicht nicht so mitarbeiten und ihr Potenzial nicht zu entfalten wie sie's eigentlich können.

00:13:37: Ich glaub' mal kann sich das vorstellen als Elternteil Wenn man zur U-Untersuchung geht gibt´s ja auch mal Tage wo das Kind halt keinen Bock drauf hat oder einfach der es gegenüber einem komisch vorkommt.

00:13:48: Oder oder oder, was

00:13:50: weiß ich

00:13:50: genau?

00:13:51: Was weiß ich?

00:13:51: da gibt's ja und das ist ja dann manchmal auch so dass das Kind vielleicht nicht alle Aufgaben erfüllt die jetzt der Arzt gerne gesehen hätte oder die Ärztin und das heißt ja dann noch gar nichts.

00:14:05: einfach auch mehr oft mitbringt wie eine IQ.

00:14:09: Wie du sagst einen Bereich, aber ich fand es aber wichtig zu erwähnen.

00:14:12: Ja genau also ganz klassisch ist wirklich dieser IQ Wert unter siebzig dann steht für eine sogenannte geistige Behinderung.

00:14:21: Aber das ist für mich ein ganz schwieriges Thema weil wenn man unsere Kinder kennenlernt dann merkt man einfach dass da voll mehr drin steckt und dass zum Beispiel soziale Intelligenz finde Wenn das genau so viel wert ist.

00:14:34: Ja, oft in den IQ-Tests bin ich gar nicht.

00:14:36: Überhaupt nicht?

00:14:38: Nein, überhaupt

00:14:39: nicht berücksichtigt weil ich finde es sozial durchaus intelligent wenn man sagt man hat mit dem Konpoch zum Arbeiten weil der unsympathisch ist oder weil ich den nicht kenne.

00:14:47: also ich find das eigentlich ein ganz normales kindliches Verhalten.

00:14:50: Für mich

00:14:51: bisschen so wie bei den Zeugnissen da ist ja dieser soziale Komponent immer nur so diese kleine Fließtext oben irgendwann und Ich persönlich fand das immer so wichtig, dass da was Positives über das Kind steht.

00:15:03: Weil ja soziale Kompetenzen ... Ja!

00:15:06: Gleichwertig sind

00:15:08: zu oder

00:15:08: sogar noch wichtig, aber das hat halt immer nur so einen Satz bekommen.

00:15:14: Das finde ich kann man allen Eltern nie genug sagen.

00:15:17: schaut auf den Fließtext und die Noten drunter, die sind nun im Moment Aufnahme.

00:15:21: Du hast vorhin

00:15:22: schon ein bisschen was erzählt.

00:15:23: zum Thema Einschreibung.

00:15:24: du hast ja auch erzählt also wir wissen auch die Regelschulen sind jetzt durch mit der Einschreiben und bei euch steht es an

00:15:31: Nein, also wir haben auch schon Schulanmeldungen und haben auch wieder sehr viele.

00:15:38: Also das passiert schon sehr zeitgleich bzw.

00:15:41: bei uns melden sich die Eltern teilweise auch schon sehr früh – ich habe jetzt schon wieder Anfragen dann nicht fürs Schuljahr XXXII, sondern sogar schon wieder für XXVII, XXVIII.

00:15:53: Das ist einfach so dass es unterschiedlich gehandhabt wird.

00:15:58: wirklich die Eltern individuell mit den Kindern einladen, weil man jetzt nicht sagen kann wir machen einen Info im Nachmittag.

00:16:06: Weil die Eltern bei uns so spezielle Fragen haben.

00:16:09: also manche Kinder haben körperlich motorische Einschränkungen, die Eltern interessieren sich natürlich dann auch wie schaut es aus?

00:16:15: Mit Barrierefreiheit bei euch im Haus und der Mobilität oder

00:16:20: Pflege dann vielleicht auch bei manchen Kindern?

00:16:22: ein größerer Punkt

00:16:23: ja

00:16:24: Ja, da muss ich gleich weiter anschließen.

00:16:26: Ich weiß es jetzt speziell bei eurer Schule dass es ja verschiedene Schulstufen

00:16:30: auch gibt und

00:16:33: das glaube ich auch zu wissen jetzt ein Klassenübergreifend in der Klasse ist also nicht nur Erstklassler in einer Klasse sind glaub ich immer

00:16:41: mehr

00:16:41: Klassenstufen

00:16:42: oder

00:16:43: anderen in einer klasse

00:16:44: sein.

00:16:44: Möchtest du dann noch was erzählen wie groß quasi die Klassen bei euch sind eben welches Alter oder welche Schulstufen Klassenstufen, so sag ich mir.

00:16:54: Ich versuch's

00:16:56: mal alles zu berücksichtigen.

00:16:59: Also prinzipiell haben wir eine Grundschulstufe, das ist quasi Jahrgangsstufe eins bis vier dann die Mittelschulstufe, Jahrgangstufer fünf bis neun und die Berufsschul-Stufe.

00:17:09: das ist eine Besonderheit am Förder... Zentrum förderschwerpunktgeistige Entwicklung, dass man eben die Berufsschuldpflicht bei uns absolviert.

00:17:17: Weil unsere jungen Erwachsenen ja meistens keinen regulären Ausbildungsberuf nachgehen können aber eben auch zwölf Jahre Schulpflicht beziehungsweise das Recht auch auf Schule haben.

00:17:31: Und deswegen ist die Berufsschule bei uns quasi direkt angegliedert mit nochmal eigenen Fächern, da wird dann noch mal mehr Schwerpunkt auf Wohnen, Aufarbeit und Förderung usw.

00:17:42: gelegt auf auch Freizeitgestaltung.

00:17:44: wie kann ich mir als Jugendlicher, als junger Erwachsener die Freizeitung gut und sinnvoll gestalten?

00:17:49: Das sind dann Jahrgangsstufe zehn bis zwölf.

00:17:53: Du hast schon angesprochen.

00:17:55: Es ist bei uns typischerweise nicht immer so, dass wir Jahrgangskonforme lassen haben.

00:18:01: Im Grundschulbereich ist es oft noch so, das man mit Erstgläsern startet und die ziehen sich dann bis zur vierten Jahrgangsstufe durch und dann mischt sie auch oft.

00:18:12: Das kommt dann wirklich auch oft durch, dass Kinder von uns weggehen und in der Regelschule die Inklusion probieren oder welche kommen aus der Einzelinklusion.

00:18:22: Und dann, wir haben die Besonderheit dass man zwei angegliederte Wohnheime hier im Landkreis haben.

00:18:31: Dort ziehen üblicherweise die Kinder oft mal noch nicht als ganz kleine Kinder ein sondern oftmals halt so...

00:18:40: Teenager

00:18:41: Alter, genau.

00:18:43: Und dann gibt es da einfach ganz viele Quereinsteiger und deswegen müssen wir die Klassen dann auch jahrgangsmäßig mischen.

00:18:50: aber das macht ja nichts weil sie bei uns ja eh die Schülerinnen sehr individuell unterrichtet werden.

00:18:57: Wie groß ist denn so eine Klasse für

00:18:59: euch?

00:18:59: Also laut Kultusministerium darf eine Klasse bei uns zwölf Schüler haben.

00:19:06: Üblicherweise ist es aber so, dass wir nicht zwölfe Kinder haben.

00:19:11: Aber die Tendenz ist schon deutlich steigend muss man sagen weil es einfach ja zu wenig Lehrer leider gibt und deswegen die Klassen schon voller werden.

00:19:24: Wir haben so einen Schnitt mit neun, ein halb zehn Schülern ungefähr.

00:19:28: Vielleicht

00:19:28: kannst du da gleich noch oder die Frage noch ergänzen, wer quasi bei euch arbeitet also wer ist bei euch angestellt in den Klassen?

00:19:36: Ich weiß das da nicht nur eine Lehrkraft

00:19:39: ist,

00:19:39: sondern dass da mehr Unterstützung in den klassen

00:19:42: finde ich.

00:19:42: Das ist der Spanier.

00:19:43: Ich sage immer wir sind ein kunderbunterhauf.

00:19:46: Also bei uns arbeiten klassischerweise Studienräte und Rätinnen im Förderschulddienst.

00:19:52: Das ist die offizielle Amtsbezeichnung, also das sind die sogenannten Sonderschullehrer.

00:19:58: Lustig dass wir es da oft noch so nennen.

00:19:59: Ja,

00:20:00: ja.

00:20:00: Sondern Schullehrers haben wir gerade gesprochen, dass es so veraltet oder so?

00:20:04: Und ich glaube wie gar der Studiengang heißt, noch so kann das

00:20:06: sein!

00:20:07: Die Begiftlichkeiten sind nur nicht konsequent durchgezogen.

00:20:12: Genau, Sonderpädagogik

00:20:13: weiß ich

00:20:15: auch.

00:20:16: Dann könnte man sagen veraltet.

00:20:20: Ja, es ist spannend und das wird immer wieder diskutiert aber diese Umstellungen sind ja manchmal ein bisschen

00:20:26: zähig.

00:20:29: Wir haben eben nicht nur Sonderschullehrer weil's da einfach zu wenig gibt.

00:20:33: wir haben heilpädagogische Förderlehrer, wir haben Heilpäragurgische Unterrichtshilfen die auch wirklich Unterricht übernehmen.

00:20:41: jetzt speziell wir haben auch einen Gymnasial Lehrer Grundschullehrerin, die einfach für sich festgestellt haben dieses stare Regelschulsystem ist nichts für sie und sie probieren das aus.

00:20:55: Und es hat bei uns Gott sei Dank hängen geblieben und das macht aber auch sehr spannend.

00:21:00: Dann hast du jetzt schon angesprochen wir haben eben nicht nur Lehrkräfte sondern wir haben auch schulische Pflegekräfte also Kinderpflegerinnen Hilfskräfte die einfach unterstützend für die Klasse tätig sind.

00:21:12: Also früher war klassisch die Pflegekraft.

00:21:15: Jetzt geht es aber weit über die Pflege hinaus, also es geht nicht mehr darum dass man Kinder nur noch auf dem Toilettengang begleitet und bei der Pflege unterstützt sondern wirklich mitarbeitet im Klassenteam und beim Lernen hilft und unterstützt.

00:21:29: Und den

00:21:29: schulischen Alltag sozusagen mit begleitet?

00:21:32: Genau,

00:21:33: ganz genau.

00:21:33: Und es kann auch sein dass man eine Kinderpflegerin, eine Pflegekraft mal eine kleine Gruppe anleitet in der Differenzierung oder mal mit einem Kind alleine Einzelförderung macht.

00:21:46: das ist so ganz offen.

00:21:48: und dann gibt's noch sehr wichtig die Schulbegleitungen.

00:21:51: Das ist wirklich auch ganz ganz wichtig.

00:21:54: also früher Ich mache es ein bisschen dran fest.

00:21:58: Früher gab's die Zivis, die in den Klassen waren und unterstützt haben und die sind weggefallen oder die FSJ-Tler.

00:22:06: Da gibt meiner Meinung nach immer noch einen großen Einbruch.

00:22:10: Genau freiwilliges Soziales Jahr?

00:22:11: Ja

00:22:12: genau!

00:22:12: Und jetzt haben wir im Schnitt schon zwei bis drei Schulbegleiter in den Glassen, die einfach zusätzlich unterstützen.

00:22:21: Und ich kann nur sprechen also als ich... Und ich hatte wirklich viele Freunde.

00:22:27: Es waren damals immer nur die Männer, die

00:22:28: das machen mussten

00:22:29: durften wie auch immer und Ich hatte wirklich viel was in der Richtung gemacht bei Menschen mit Förderbedarf oder mit einer Behinderung und ich kenne da nur positives Feedback.

00:22:42: Also die haben alle gesagt es hat so gut getan nach dem langen Schule mal ganz etwas anderes zu machen.

00:22:47: sie haben einfach einen ganz anderen Zugang die verschiedenen Menschengruppen bekommen.

00:22:53: Und

00:22:53: überhaupt!

00:22:54: Wahrscheinlich

00:22:55: werden

00:22:56: auch Ängste abgebaut,

00:22:57: denke ich mal.

00:22:58: Ich bin eine Heilerziehungspflegerin und in meiner Klasse ... Wir waren damals, ich glaube, achtundzwanzig?

00:23:03: Und wirklich die Hälfte waren Jungs.

00:23:05: Und alle bei der Vorstellungsrunde, wirklich alle, alle Jungs haben damals gesagt, ich habe mich für den Beruf oder für die Ausbildung entschieden weil... Ich hab Zwiebel gemacht mit ihnen zum Beispiel euch oder eben irgendwo anders als sie mit Menschen mit einer Behinder- Zugang gefunden haben und haben sich daraufhin dafür entschieden.

00:23:25: Und ich dachte mir damals, wie schade!

00:23:26: Das fällt jetzt einfach...

00:23:28: Ja das merkt man wirklich an der Männerquote.

00:23:30: also mit mir studiert haben.

00:23:33: Das waren alles ehemalige Zivildienstleistende auch die Kollegen, die haben alle zivil gemacht und den jungen Männern jetzt fehlt komplett der Zugang zu unserem Bereich.

00:23:47: Wir wissen halt manchmal gar nicht, dass es ihnen so Spaß macht.

00:23:49: Genau!

00:23:51: Ich weiß noch einer bei uns, der wollte eigentlich... Der hatte schon einen Plan BWL zu studieren und hat dann dieses Jahr als Zivil gemacht

00:23:59: und

00:24:00: sich dann eben für diesen Weg entschieden.

00:24:01: Und

00:24:02: er wäre wahrscheinlich gar nie in Berührung damit

00:24:04: gekommen.

00:24:05: Ja,

00:24:06: dabei ist das so wichtig.

00:24:06: Also ich auch in unserem Job Marlene, du kannst auch ein Lied davon singen.

00:24:11: Kinder brauchen einfach nicht nur weibliche Vorbilder, sondern auch männliche.

00:24:14: Und das ist manchmal gerade als Lehrer- oder Erzieherberuf wäre es so wichtig, dass sich mehr Männer finden.

00:24:21: Die haben also viel frischen Wind gebracht!

00:24:22: Das waren die jungen Männer, die halt einfach unbefangen und unbeschwert mit unseren Kindern und Jugendlichen umgegangen

00:24:29: sind.

00:24:30: Ja, das wird sehr gut!

00:24:33: Wir waren ja schon ein bisschen wie die Klasse aufgebaut.

00:24:38: Es ist mich speziell... Interessiert noch gibt es den Schulnoten bei euch?

00:24:42: Nein.

00:24:44: Und ich habe jetzt vorher geschmunzelt, als du Marlina erzählt hast dass auf den üblichen Zeugnissen immer nur so ein kurzer Text zum Sozialverhalten und so steht und bei uns gibt's Zeugnisse.

00:24:56: Also es gibt die Zeugnisse aber nicht die klassischen, wo oben ein kleiner kurzer Text steht und dann unten drunter die Noten.

00:25:03: Weil bei uns gibt's natürlich keine Noten weil wir können

00:25:06: ja keine

00:25:07: Leistungstests schreiben und Kinder vergleichen das wollen wir Gott sei Dank gar nicht dass mal Kinder vergleichen.

00:25:13: Bei uns gibt zeugnisse und eben erlernen Entwicklungsgespräche.

00:25:17: Die sind jetzt bei uns auch etabliert Und die finden wir sehr schön weil da das Kind einfach nochmal persönliche Rückmeldungen kriegt durch die Lehrerinnen oder den Lehrer.

00:25:26: Zeugnisse sind Fließtext und sind eben sehr kompetenzorientiert, weil es ja einfach darum geht was kann das Kind?

00:25:33: Und wir schauen ja nicht immer drauf oder wollen nicht den Fokus darauf legen.

00:25:37: Was kann das kind?

00:25:38: nichts sondern Wir wollen schauen was kann des kind und wo ist dann die nächste stufe?

00:25:41: denn ich

00:25:42: finde auch wenn man in diesem ansatz hat Man guckt was das kind kann oder welche stärken hat das kind kommt mehr ganz oft über die stärken Kann man vielleicht noch was erreichen was noch nicht so klappt genau und das finde ich ist einfach immer der schönere Der schöneren Weg.

00:25:59: Jeder Kind, jeder Mensch hat ja so viele Qualitäten und Stärken.

00:26:04: Ich glaube uns ein geht es so dass wir die manchmal viel zu selten uns vorsagen oder

00:26:09: hören.

00:26:10: Leider ist das unser System.

00:26:13: Schwächenbürokratie.

00:26:16: Manchmal finde ich, braucht es Diagnosen weil man weiß hier nicht einen schwerbehinderten Ausweis beantragen will oder das ist dann unabdingbar oder um zum Beispiel an eine Schule zu kommen oder eben auch Nicht.

00:26:26: auf der anderen Seite finde Ich immer dass Es auch so ein bisschen So Ein Schubladen Denken Ist bei denjenigen hat Dann diese Diagnose und Dann wird er so da Auch eingepackt.

00:26:34: Und Ich Finde Es auch Viel Schöner Zu Gucken Mit Welchen Ressourcen Kommt Er Denn Ja Was was bringt Damit Der Mensch?

00:26:40: Ich glaube,

00:26:40: das ist ja auch im diese haben wir vor schon kurz angesprochen.

00:26:42: Manchmal auch so eine Angst von Eltern wenn dann das Kind eine Diagnose hat Diese Angst dass das Kind in einem Schiff leidet

00:26:50: und es war

00:26:51: eben schön was du schon gesagt hast.

00:26:53: Ja weil immer die Möglichkeit gibt verschiedene Wege Zudurch mal das auszuprobieren oder auch jenes.

00:26:59: Und ich weiß bei euch Dadurch dass ihr die Berufsschulstufe auch haben dass auch der Weg jetzt an sich nicht komplett verschlossen ist, das entkehrt vielleicht sogar auf den normalen Anflugszeichen-Arbeitsmarkt.

00:27:14: Ja, absolut!

00:27:15: Da hat sie sehr früh getan in den letzten

00:27:17: Jahren.

00:27:17: Genau ich weiß es sind mehr Betriebe ja auch gibt die da eigentlich mal offener sind und ja... Ich persönlich kenne zwei, die bei euch waren, die ich immer wieder beim Bäcker treffe.

00:27:26: Da freue ich mich, weil ich die auch persönlich mal in kurzem Zeit mitbetreut habe.

00:27:30: Genau da freue ich mir dann immer total.

00:27:32: Ich glaube das ist natürlich so ein Weg wie man es sich irgendwie ein bisschen aufwünscht

00:27:36: hat

00:27:36: oder so eine schöne Geschichte.

00:27:37: Ja und du hast so dass wir oft die Rückmeldungen kriegen, dass unsere jungen Erwachsenen sehr zuverlässig sind also... Ja, vielleicht können Sie ein Berufsfeld nicht so breit bedienen sondern sind dann spezialisiert auf bestimmte Tätigkeiten.

00:27:54: Aber das machen sie dann sehr zuverlässig

00:27:56: und mit Freude auch.

00:27:57: Und mit sehr viel Freude genau!

00:28:00: Das finde ich ganz wertvoll.

00:28:02: Ich kann nur sagen bei uns in der Einrichtung arbeitet ja schon ganz lange eine Frau ausgelangter Werkstatt-Arbeitsplatz.

00:28:12: Und ja, die möchten wir nicht wissen.

00:28:13: Ja also...

00:28:14: Das

00:28:15: ist ein ganz wichtiger Teil unseres Teams.

00:28:18: Definitiv

00:28:18: keine Bereicherung.

00:28:20: Genau!

00:28:20: Also ihr fühlen mich da draußen.

00:28:22: Ich würde einfach Stellen und Plattformen für die Menschen.

00:28:25: Und ich glaube

00:28:25: das sind so viele Ängste.

00:28:28: vorhanden und das finde ich total schade.

00:28:31: Also wir haben auch einmal einen Schüler gehabt, der in einem Pflegeheim in einer Küche gearbeitet hat und der Küchenchef hat gesagt er übernimmt den sofort weil es so ein pünktlicher zuverlässiger fleißiger gut arbeiten der junger Mann ist.

00:28:45: und dann gab's aber einen Wechsel in der Geschäftsführung und der neue Geschäftsfeuerer hat sich das nicht getraut.

00:28:50: und das find' ich so schade weil somit hat man die Chance verbaut und ich glaube man muss sich das einfach trauen

00:28:58: Genau.

00:28:58: So, jetzt haben wir ein bisschen vom Thema abgekommen eigentlich nicht um Gottes Willen, nicht vom Gesamtthema.

00:29:04: Uns interessiert noch wie lang dauert denn bei euch so einen Schultag?

00:29:08: und kannst du so einen typischen Schulttag vielleicht einfach mal beschreiben?

00:29:11: Ja

00:29:11: also bei uns geht die Schule regulär um acht Uhr los aber die Schüler kommen um sieben Uhr fünfundvierzig mit den Bussen an.

00:29:19: Wir haben einen eigenen Fahrdienst das sind so Kleinbusse Und da kommen die Schüler an und um sieben Uhr fünfundvierzig öffnen sich die Schulthüren.

00:29:28: Dann beginnt eigentlich bei uns schon ganz nebenbei das Lernen, also manche kommen alleine rein.

00:29:34: Manche müssen am Bus direkt abgeholt werden.

00:29:37: bei manchen Reifs wenn jemand auf dem Weg steht und schaut dass er wirklich in die Schule reingeht und nicht nur

00:29:43: keinen Umweg noch mal

00:29:45: nimmt.

00:29:45: Genau!

00:29:46: Naja und dann geht es eben los mit möglichst selbstständigen Ausziehen.

00:29:52: Manche Kolleginnen und Kollegen haben dann schon Körbe, wo dann die Brotzeitdose reinkommt.

00:29:59: Uns Mitteilungshelft abgelegt wird.

00:30:01: also das sind dann so Strukturen und Rituale, die eben in jeder Klasse eingeführt werden und wo die Schüler einfach dann auch schon lernen, möglichst es alle selbstständig zu bewältigen.

00:30:14: Manche müssen erstmal dreimal den Gang auf und abflitzen, weil halt die Busfahrt irgendwie lang und anstrengend war.

00:30:21: Manche mussten erst mal zur Toilette gebracht werden.

00:30:26: Kinder mit körperlich motorischen Einschränkungen, die vielleicht im Rollstuhl sitzen.

00:30:30: Die werden dann auch gleich aus dem Rollstühl rausgehoben weil heute die Fahrt einfach lang war damit sie sich strecken können.

00:30:36: und manche beginnen dann gleich mit der Arbeit.

00:30:38: also die meisten Kolleginnen und Kollegen starten mit Freiarbeit.

00:30:42: also um

00:30:45: anzukommen

00:30:47: genau und da können die Kinder dann eben auf ihrem Level arbeiten mit ihren Aufgaben arbeiten.

00:30:55: Personal kann eben sich um die kümmern, die dann mehr Unterstützung brauchen oder man kann dann individuelle Hilfestellung geben.

00:31:04: Genau!

00:31:05: Die Schule dauert bei uns bis zwölf Uhr zehn.

00:31:08: wir haben eine große Pause, die auch draußen verbracht wird im Pausenhof und was bei uns so eine Besonderheit ist das eigentlich alle Klassen im Klassenverband prozeit machen.

00:31:20: Also vor der Pause wird Brotzeit gemacht und auch das gehört zum Lernen, weil da kann man ganz viel üben.

00:31:25: Tischdecken, mal Konzellen üben wieviel Sets braucht man?

00:31:29: Wieviel sind heute da?

00:31:30: Wie deckt man an Tisch dann

00:31:33: eben

00:31:34: beim Abspülen helfen und und und?

00:31:36: Das ist schon alleine

00:31:37: auch soziale Umgangsformen zu beiden Brotzeiten, also dass vielleicht gewisse Geräusche... Jetzt nicht angebracht?

00:31:48: Ja.

00:31:48: Und was gehört zum gemeinsamen Essen

00:31:51: und kann erzählen zusammen?

00:31:53: Genau, also

00:31:54: einfach eine gemeinsame Zeit mit verbringen.

00:31:59: Was bei uns auch sehr typisch ist, also wie gesagt die meisten Staaten mit zur Freiarbeit und dann es bei vielen Morgenkreis oder Morgenplänen um wo man sich eben zusammensetzt und den Tag bespricht.

00:32:10: Also welcher Tag ist heute?

00:32:13: Wie ist das Wetter?

00:32:14: Welches Datum haben wir?

00:32:15: Wer ist denn überhaupt da?

00:32:17: Wer is vielleicht nicht da?

00:32:18: wer is krank?

00:32:19: Ich denke

00:32:20: das sind Kindergärte.

00:32:21: Ja und ich denke mir vorstellen es sind auch so Rituale die wahrscheinlich für die Schüler ganz wichtig sind.

00:32:25: Für Schüler und Schülerinnen dass es eine Sicherheit

00:32:28: Absolut, das ist ein Struktur neben diesem Moment.

00:32:32: Was steht heute an?

00:32:33: Also gerade für Kinder und Jugendliche Erwachsene aus dem Autismus-Spektrum ganz wichtig was steht heute alles auf dem Programm und wie kann ich mich da am besten orientieren?

00:32:46: genau Ja, und dann gibt es eine Unterrichtseinheit.

00:32:50: Wir unterrichten natürlich auch Fächer von Markte Deutsch über grundlegenden Unterricht, Kunstmusik also es gibt ganz normale Schulfächer

00:32:59: aus.

00:32:59: Ich weiß, dass ihr ja auch das Glück habt, dass sie im Sportunterricht sogar ein Schwimmbad

00:33:02: habt.

00:33:03: Das ist

00:33:05: sehr beliebt

00:33:05: krall

00:33:06: ich immer so höre!

00:33:07: Absolut, wir haben einen Schwimmbad und Wasser ist schon ein ganz wichtiges und tolles Element.

00:33:14: für die meisten unserer Schülerinnen und Schüler

00:33:17: Betrifft es dann alle Jahrgangsstufen der Unterricht bis zwölf auf fünfzehn, also auch die in den Berufsschulen?

00:33:22: Bei uns ist es so dass die Berufsschutzstufenschüler zweimal in der Woche Nachmittagsunterricht haben.

00:33:28: Montag und Mittwoch haben sie dann jeweils noch mehr Zweimal nachmittags Unterricht genau.

00:33:33: Wie könnt mir vorstellen was... Vielleicht hast du es ja vorher angesprochen.

00:33:36: Du hattest auch einen Lehrer oder Lehrerin, die auf dem Genasium davor war und den Weg zu euch gefunden hat.

00:33:43: Und ich könnte mir vorstellen in den Klassen arbeitet man ja sehr differenziert also ist das jeder an einem anderen Level oder so?

00:33:52: Ich könnte mir das auch gerade irgendwie das schöne vorstellen dass wir eben nicht nur diesen Regelunterricht sage ich macht sondern für den einen Schüler vorbereitet und für den anderen das, der andere braucht das Medium umum zu arbeiten.

00:34:05: Und der Nächste braucht jenes.

00:34:08: Ja, ich kann mal vorstellen, da ist viel Bewegung drin.

00:34:14: im Frontal ausgerichtet am Platz sitzen, sondern die einen lernen vielleicht an Boden.

00:34:19: Die anderen sitzen irgendwie im Nebenraum und die Nächsten sitzen am Platz mit einem anderen Partner zusammen.

00:34:27: Und ja, Mathe ist bei uns zahlenlernen rechnen auch in Zahlenraum jetzt sagen wir bis Zehntausend in sämtlichen Grundrechenarten.

00:34:39: aber Mathe kann sein ich lerne wo es oben unten vorne oder nach Farben sortieren, Formen sortieren und das macht eben jeder.

00:34:49: genau da, wo er gerade steht.

00:34:52: Ihr sagt schon ihr seid vom Personal her ein bunter Haufen.

00:34:56: bekommen die Kinder denn am Vormittag auch?

00:34:58: oder Physiotherapie oder Ergotherapie, Logo-Pedie?

00:35:04: Ja

00:35:04: also zu uns kommen Therapeuten ins Haus weil viele unserer Schülerinnen und Schüler am Nachmittag in der heilpädagogischen Tagesstätte sind und dann oft erst ja am Abend um fünf halb sechs nach Hause

00:35:18: kommen.

00:35:19: dann nehmen wir zur Therapeutin fahren und deswegen kommen die Therapeuten.

00:35:23: Und für uns ist dieser totale Bereicherung, weil natürlich die Therapeuten uns Tipps geben und sagen pass mal auf.

00:35:32: Wenn ihr mit

00:35:32: dem Schüler XY Treppen steigt, dann achtet mal darauf dass er im Wechselschritt geht oder so.

00:35:39: also das ist schon ein großes Miteinander.

00:35:43: Ich denke sonst ist der Austausch wahrscheinlich immer ein bisschen schwieriger wenn man sich vielleicht ja nicht persönlich sieht einmal, zweimal in der Woche sieht kann man sich natürlich ganz anders austauschen.

00:35:53: Ja genau!

00:35:56: Wie ist es denn?

00:35:56: Du hast ja ein bisschen gesagt zwölf Uhr fünfzehn oder danach gehen die Kinder in die heilpädagogische Tagesstätte.

00:36:02: Ist das dann sozusagen der Weg wie möglich ist wenn Kinder länger betreut werden müssen weil Eltern natürlich bürofstätig sind?

00:36:10: Genau!

00:36:10: Das ist

00:36:10: ja eine

00:36:10: ganze andere...

00:36:12: Also es gibt die Kinder, die nach Hause fahren.

00:36:14: Dann haben wir ja, habe ich vorher schon erwähnt zwei Wohnheime, die wir hier im Landkreis quasi bedienen.

00:36:22: Die Kinder gehen dann auf die Wohngruppen oder eben in die heilperagogische Tagesstätte

00:36:27: und ich glaube da kann man sich das Vorschwinge so heil-peragogisch Tagesstätte wie ein Hort?

00:36:31: Genau!

00:36:31: So halt

00:36:32: Mittagessen Hausaufgaben Betreuung,

00:36:35: Freizeitgestaltung.

00:36:37: genau.

00:36:38: Ja, ein wichtiger Punkt war auch noch ... weißt du ob die Fahrtkosten übernommen werden?

00:36:45: Die Kosten sind ja immer ein großer Punkt.

00:36:48: Wie finanziert ihr

00:36:50: euch?

00:36:50: Ja, das ist praktisch die Regierung von Oberbayern übernimmt die Fahrtkosten und für die Tagesstätte dann der Bezirk von OberBayern.

00:36:58: Also es wird vollständig finanzieren und auch wir werden von der Regierung von den Oberbayeren finanzierten bzw.

00:37:07: refinanziert.

00:37:08: also wir haben den großen Träger.

00:37:10: aber es wird dann eben refinanzierend.

00:37:13: Und wenn jetzt ich stelle mir das mal ganz praktisch vor jemand kommt zu euch, meldet sich an oder schreibt sich ein.

00:37:19: Oder wie auch immer begleitet ihr dann die Eltern und Familien bei der Beantragung der Kosten?

00:37:25: Oder sind die Eltern da so ein bisschen auf Sicht gestellt mit Fahrtkosten?

00:37:29: Nein,

00:37:29: das

00:37:30: läuft alles automatisch über uns.

00:37:32: Die Eltern müssen eigentlich nichts separat beantragen

00:37:37: Und wir haben ja schon gehört dass die Kinder vom Bus abgeholt.

00:37:43: Ich glaube, es sind meistens ja so Kleinbusse und die werden direkt soweit von der Haustür sozusagen geholt.

00:37:50: Dadurch sehen ja die Lehrkräfte jetzt nicht täglich,

00:37:53: weil sie stimmt.

00:37:55: Eltern dann ihr Kind wahrscheinlich sehr selten selber abholen.

00:37:58: wie findet denn der Austausch zwischen quasi Lehrkräften oder pädagogischen Personal und den Eltern statt?

00:38:03: Du hast

00:38:04: dir vorhin schon gesagt, du habt eine Elternheft.

00:38:06: Ja, ein Mitteilungshäft

00:38:07: gibt

00:38:08: es.

00:38:09: Das ist aber jetzt eigentlich eher so für organisatorische Dinge also morgens Schwimmsachen mitgeben oder wir haben wieder einen Bedarf an Inkontinenteinlagen und das ist bei uns ein Thema oder eine Wechselwäsche.

00:38:22: So was steht dann eben eher im Mitteilungsheft.

00:38:26: Ansonsten sind wir da ganz modern und kommunizieren über so eine Elternplattform online.

00:38:34: Da gibt's ja verschiedene Systeme, Elternportal, Eiswerf.

00:38:39: Schulmanager, wir haben jetzt iServe und da kann man eben mit Messenger Funktion wirklich Nachrichten schicken oder per E-Mail über diese Plattform kommunizieren.

00:38:51: Die Eltern können ihre Kinder auch krank melden oder Beurlaubungen zum Beispiel für Arzttermine über die Plattform beantragen.

00:38:58: Wir verschicken die Elternbriefe über dieses System.

00:39:01: also das ist wirklich ein sehr komfortables System.

00:39:04: Wir haben Schüler mit Migrationshintergrund die Funktion, dass das gleich übersetzt wird.

00:39:10: Das ist also wirklich ein ganz praktisches Medium.

00:39:13: Ja aber wahrscheinlich auch ein relativ neues Medium?

00:39:15: Was habt ihr denn vorher gemacht?

00:39:17: Naja,

00:39:18: da haben wir wirklich

00:39:18: viel

00:39:19: über diese Mitteilungshefte geschrieben.

00:39:23: Aber erstens ist es natürlich so, dass man dann vor Unterrichtsende ja schon die Hefte wieder befüllen muss... Die Zeit geht weg!

00:39:32: Und dann ist es mittlerweile ein großes Datenschutzproblem, weil da stehen ja Infos drin.

00:39:37: Ich

00:39:37: bin auch ein großer Freund von dir der Datenschutze.

00:39:42: Ja, den

00:39:42: lief ich sehr.

00:39:44: Nein natürlich ist das schon ein Problem, dass das Heft kann irgendwie im Bus verloren gehen und dann drängt das andere in die Hand.

00:39:52: muss ja nicht unbedingt immer sein, dass da dann die Infos an andere gehen.

00:39:57: Aber wir haben noch sehr viel mehr Möglichkeiten.

00:39:59: Wir telefonieren sehr viel mit den Eltern und wir haben auch alle E-Mail Adressen, also dienstliche E-mailadressen über die man erreichbar sind – was bei uns natürlich schon eine Form ist.

00:40:11: Wir haben viele Schülerinnen und Schüler, die nicht sprechen können, z.B.

00:40:16: Talker oder ein eigenes iPad mit Kommunikationsfunktion.

00:40:21: Und auch darüber versuchen wir eben die Kinder mit einzubeziehen, indem sie zu Hause dann über diesen Talker erzählen können.

00:40:31: Was habe ich heute gemacht und was hat mir besonders Spaß gemacht?

00:40:34: Genau so funktioniert das bei uns!

00:40:37: Haben

00:40:37: wir jetzt vor schon unsere nächste Frage ein bisschen vorgegriffen vorhin.

00:40:43: Du hast ja immer erzählt dass es die Berufelstufe bei euch gibt.

00:40:48: Wie steht die Möglichkeit Schulabschluss?

00:40:51: oder können die ein Schulab Schluss bei euch machen?

00:40:54: Nein, also die beenden ihre Schulpflicht aber es gibt ja nicht den klassischen Schulab schluss in Form einer Prüfung.

00:41:00: Also die kriegen dann eine Abschlusszeugnis und da steht dann eben drauf dass sie die Schulpflicht erfüllt haben.

00:41:06: Aber das ist jetzt nicht die Bescheinigung über die mittlere Reife oder was es da alles gibt Das natürlich nicht.

00:41:11: Bei uns sind dann die Ziele der Berufsschulstufe eben wie du auch gesagt hast eher so Wo liegen die Stärken, die Interessen der Schüler Sind schon Erwachsen, denke ich fast?

00:41:21: Ja.

00:41:24: Wo geht

00:41:25: der Weg nach der Schule weiter?

00:41:26: da wahrscheinlich so ein bisschen... Ich weiß die können Praktikars auch machen.

00:41:29: Die machen während der Schulzeit schon Praktika.

00:41:31: wir arbeiten sehr eng mit dem Integrationsfachdienst zusammen.

00:41:35: Da gibt es verschiedene Maßnahmen über die die Schüler dann irgendwie Praktiker machen und nochmal irgendwie auf bestimmte Szenarien s-Bahn fahren vorbereitet werden, um eben möglichst ja auch die Selbstständigkeit zu führen.

00:41:55: Genau dann irgendwann mal vielleicht selbstständig wohnen.

00:41:58: Genau,

00:41:59: genau.

00:41:59: Damit es auch immer möglich sein kann.

00:42:02: Ja jetzt hat was fast ganz viel ganz viel tolles erzählt.

00:42:07: ich finde das macht gerade so Mut irgendwie.

00:42:09: Ich finde es gerade alles so positiv.

00:42:12: Was rätst du denn Eltern mit Kindern?

00:42:14: Mit deiner Behinderung zum Schulstart

00:42:18: mutig zu sein auf ihren Bauch zu hören.

00:42:22: Das ist wirklich, also jetzt gerade so weil ich das vorher gesagt habe mit Einschulung und Inklusion.

00:42:31: es ist einfach so dass viele Eltern den Weg zu uns oft mal nicht sich vorstellen können.

00:42:40: wir laden die dann wirklich schon als eine Hospitation ein und das ist schon oft so.

00:42:46: Wie sollen sich die Eltern also ein Unterricht vorstellen?

00:42:48: Wir kennen ja nur Schule, so wie wir sie kennen.

00:42:51: Und das ist einfach ganz anders.

00:42:53: und deswegen sage ich immer Sie dürfen gerne sich mal eine halbe Stunde bei uns reinsetzen um mal zu sehen, wie wir arbeiten.

00:43:01: Das geht nicht nur darum dass die Eltern Angst haben ihre Kinder werden bei uns unterfordert sondern wir haben auch viele Eltern die Angst haben und sagen aber der kann ja das noch gar nicht und er kann ja noch gar keine Stunde lang am Platz sitzen.

00:43:15: Sonst ist das nicht eine halbe Stunde zu uns ins Klassenzimmer und Sie sehen, der muss es gar nicht erinnern.

00:43:21: Und ich auch mit der Entscheidung fängt man an einer Regelschule an oder an einer Förderschule mutig sein weil das ist wieder mein Struch.

00:43:30: die Türen sind in beide Richtungen offen und es gibt Kinder mit Beeinträchtigung die super gut an Regelsschulen klarkommen und es gibts aber auch die, die halt irgendwie merken dass es nicht meins.

00:43:41: weil da sagt jemand voran wie was?

00:43:44: Knapp dreißig Kindern und alle stehen auf und holen ihren Turnbeutel.

00:43:48: Aber ich habe das nicht verstanden, dass sich mein Turnbeitel holen muss und kann es vielleicht nicht allein.

00:43:53: Die leiden dann drunter, dass sie das nicht so schaffen wie die anderen.

00:43:57: Und dann gibt's Kinder.

00:43:58: denen ist es völlig wurscht weil die sich denken ja dann hole ich heute meinen Turnbeitel fünf Minuten später.

00:44:03: also das sind so die

00:44:04: was ich mir auch vorstellen kann.

00:44:06: Ich meine alle Eltern haben eine gute Bindung zu den Kindern oder sollten Sie haben?

00:44:10: Dass ich mir vorstellen kann dass wenn ich erkennt mit Hinderung habe, dass ich es dann sozusagen auch noch schwieriger loslassen kann.

00:44:17: Ja da gebe ja ganz viel Verantwortung ab, natürlich sind das die meisten Kinder schon gewöhnt durch irgendwelche Tagesstätten oder was auch immer wo sie schon betreut wurden.

00:44:26: aber ich kann mir schon auch vorstellen, dass auch Eltern erst mal in so einer Schule ankommen müssen

00:44:30: und das Loslassen ist ein großes Thema.

00:44:32: Ich verstehe es total weil Auch so, dass wir selber als Mütter verstehen.

00:44:40: Ich habe früher geschimpft und hab gesagt, jetzt steht die vor der Klassenzimmertür und hört ob das Kind weint oder nicht.

00:44:46: Und dann habe ich meinen Sohn den ersten Tag im Kindergarten gebrannt und bin auch um die Ecke gestanden.

00:44:53: Wir haben ja auch schon mal Zeit, dass ich damals weinte in der Tiefkarte.

00:44:55: Genau,

00:44:57: kennt klar wie jeder!

00:44:58: Also loslassen ist ein Thema... Dann ist es natürlich so, da unsere Eltern noch viel mehr Experten sind ihr Kind, weil sie einfach ja schon oft ganz andere Geschichten nur miterlebt haben als wir das erlebt haben.

00:45:13: Und

00:45:14: wohl ich auch finde es kann manchmal eine Chance sein wenn ein Kino neu anfängt man ihm noch nicht so viel weiß oder ich sage jetzt mal so dann probiert man auf mal neue Dinge aus und dann klappen die vielleicht da

00:45:26: auch

00:45:26: anders weil das Kind auch merkt, dass jetzt ein Gegenüber, der traut mir jetzt dies oder jenes zu.

00:45:32: Weil er ja noch gar nicht weiß, dass ich sonst da immer Hilfe brauche und dann klappt

00:45:36: es plötzlich.

00:45:37: Das ist der Klassiker!

00:45:38: Viele sagen Zuhause isst er das aber nicht und bei uns ist alles oder umgekehrt.

00:45:44: Also ich merk einfach... die Eltern zunehmend so wahnsinnig verunsichert sind und das finde ich ganz, ganz dramatisch.

00:45:53: Das können wir

00:45:54: auch genau...

00:45:55: Ja, das habe ich vorher gemannt

00:45:57: mit dem Bauch

00:45:58: hören.

00:45:59: was

00:45:59: ist für meinen Kind gut.

00:46:01: Genau!

00:46:01: Das hat sich in der Natur gut überlegt.

00:46:03: man muss ja draußen die Schuhe lesen sondern einfach eine Entschuldigung aus dem Baug.

00:46:06: Aber es gibt die Medien

00:46:07: jetzt da etwas gesehen und da was gehört.

00:46:11: Und da vielleicht noch irgendwas mitgekriegt, dann weiß man ja letztlich überhaupt nicht mehr, was wir machen.

00:46:16: Ja, und Anfält weiß es immer besser.

00:46:18: Genau!

00:46:18: Und alle Eltern meinen sehr gut und wollen's gut.

00:46:21: Die wollen's richtig machen.

00:46:22: Ich glaube das führt dann eben auf zu dieser verunsicherten Frage, dass man es unbedingt richtig machen will.

00:46:28: Deswegen

00:46:28: sage ich ja immer gerade in Bezug auf Einzelinklusion ausprobieren weil mir wissen nicht wie dieses Kind reagiert.

00:46:37: kann nur sagen, so was ich jetzt auch von dir gehört habe finde ich glaube das besonders schöne dass ihr die kinder halt da abholen könnt wo sie stehen.

00:46:45: also wenn sie bei euch anfangen egal ob sie jetzt zur ersten klasse beginnen oder eben als quereinsteiger können kommen habt ihr halt einfach diese möglichkeiten des kindorten zu ja absolut wo es gerade steht und ihm die sachen dann quasi zu geben die ist dann da braucht Das ist vielleicht so, sag ich mal der Luxus im Vergleich zu einer Regelschule.

00:47:05: Genau!

00:47:05: Also ich finde es total schön dass wir eben nicht uns denken müssen wie ein Stärkumpt muss in die zweite Klasse kommen weil er umgezogen ist.

00:47:14: dann ist aber Voraussetzung das er das ist und kann.

00:47:16: das gibt's bei uns nicht und das finde ich wahnsinnig befreiend.

00:47:20: Durch unseren eigenen Beruf wissen wir das Menschen, die an so Förderzentren arbeiten.

00:47:26: Meistens ein sehr großes Arschankmord.

00:47:28: Das fand ich schon immer schwierig dieses Wort.

00:47:30: Arrangement?

00:47:31: Danke!

00:47:32: Angerschmord

00:47:38: ist auch eine große Motivation.

00:47:41: eigen Motivation steckt.

00:47:44: Ja, was ist denn so deine Leidenschaft für diesen Beruf?

00:47:47: Also ja doch auch schon eine Zeitmacht!

00:47:48: Ja,

00:47:49: schon lange jetzt.

00:47:50: Nein also prinzipiell muss ich einfach sagen wir haben vorher über die verschiedenen Berufsgruppen gesprochen und da muss ich dann einfach sagen es ist total wurscht ob man Sonderschullehrer oder Schulbegleiter oder Kinderpflegerin ist.

00:48:00: Man muss das Herz am rechten Fleck haben und das ist glaube genau das was du ansprichst um meine große Leidenschaft Der Beruf, weil ich den so vielseitig finde.

00:48:11: Und das sind so viele diese kleinen Dinge.

00:48:15: also wenn man bei uns durchs Schulhaus geht unsere Schüler und Schülerinnen sind einfach gnadenlos ehrlich.

00:48:22: die sagen nimmst du schaust heute toll aus?

00:48:24: Die sagen aber auch mal du schauest heute echt scheiße!

00:48:28: Das finde ich so ehrlich.

00:48:31: Ja das sind diese vielen kleinen Begegnungen und diese echten Begegnungen.

00:48:35: Also die Kinder verstellen sich nicht Sagen nichts, weil sie wissen das mag jetzt gehört werden.

00:48:43: Sondern die sagen es so unverblümt und man freut sich über jeden Erfolg.

00:48:48: Man freut mich über jedes Lächeln.

00:48:51: Es ist manchmal auch sehr herausfordernd da wir nicht hinter dem Berg halten.

00:48:55: also es gibt schon Verhaltensweisen die wirklich sehr herausfordern sind weiß ich die Kinder bei uns vielleicht Sprache nicht zum mitteilen können und Aber ja, es ist einfach so individuell und jedes Kind wächst einem ans Herz.

00:49:11: Unglaublich abwechslungsreich und man hat ganz ruhig Gestaltungs-Fielraum.

00:49:15: Spielraum!

00:49:17: Viel Raum ist eigentlich auch schönes.

00:49:19: Ja, aber viel Raum eigentlich schon.

00:49:21: Aber der Vielraum das ist auch das was uns in unserem Job Spaß macht?

00:49:24: Der Film und auch das wirst du gesagt mit der Ehrlichkeit oder so wenn man kämpft und man kriegt schon ein ehrliches Guten Morgen.

00:49:32: Das ist nicht so.

00:49:34: ich muss das sagen weil es gehört

00:49:36: sich zu sondern

00:49:38: die kommen meistens Freude schralen in diesen Raum rein, da kann man gar nicht schlecht gelaunt sein.

00:49:44: Wir

00:49:46: haben auch manchmal leer-schlecht gelaunte Kinder und dann ist es trotzdem schön weil dann haben wir gute Laune und irgendwie befruchtet sich eines mit dem anderen.

00:49:58: Jetzt habe ich ganz viele Informationen.

00:50:00: Vielen Dank dir dafür!

00:50:02: Wir

00:50:03: wissen, dass ihr Eltern mit einem behinderten Kind immer extra malen gehen müsst um den richtigen Weg für euch und euer Kind zu finden.

00:50:11: Wir wünschen allen

00:50:12: Eltern

00:50:13: immer wie du sagst auf ihr Bauchgefühl zu vertrauen und das sie einfach die Unterstützung finden, die sie aber eben auch vor allem das Kind braucht.

00:50:23: In diesem Sinne wird man unsere Fünfzente Podcast-Folge beschließen.

00:50:28: und ja, wir sagen herzlichen Dank für dein Geschenk.

00:50:31: Danke

00:50:31: schön!

00:50:31: Hat Spaß gemacht?

00:50:32: Schaffst

00:50:32: du, du hast ja gesagt das ist dein erster Podcast.

00:50:34: Ja, aber du hast jetzt auch wohlgefühlt.

00:50:36: Doch, total.

00:50:37: Also

00:50:37: gehört dir Stunden lang weg oder

00:50:39: was?

00:50:39: Aber ich glaub, sie ist mal

00:50:40: niemandem.

00:50:41: Ich hab so viel.

00:50:42: Wir hatten schon mehr Gäste und es natürlich immer irgendwo im pädagogischen Bereich... Das ist halt auch einfach unser Ding.

00:50:49: Menschen können oft

00:50:50: gut reden,

00:50:50: weil sie gerne reden und viel

00:50:53: reden.

00:50:53: Aber das hast du alles in

00:50:55: einem superguten

00:50:56: informativen Mars getan.

00:50:58: Also vielen Dank an dieser Stelle!

00:50:59: Danke auch!

00:51:00: Liebe Eltern, vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

00:51:03: Tschüss!

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